14.06.2013

Transmongolische Eisenbahn

Seit gestern morgens sitze ich wieder im Zug. Alles ist dem alten im Grunde gleich, außer dass der Speisewagen wesentlich schöner und eleganter ist und der Zug viel voller als auf der Reise von Moskau nach Ulaabataar.CHina_Beijing 2013 (7 von 400) CHina_Beijing 2013 (3 von 400)Jede Menge Niederländer, Franzosen und weitere Europäer. Die Toiletten sind leider nicht mehr so reinlich und sauber als auf der vergangenen Strecke, das Personal ist hier komplett männlich. Der Zugbegleiter der für unseren Wagen zuständig ist ist aber wahnsinnig freundlich und lächelt und quatscht ständig mit uns. Wir lernen ein wenig chinesisch:) Ich hätte mich schon früher dransetzen sollen die wichtigsten Sätze zu lernen, vor allem da mir eine sehr liebe Freundin eine ausführliche Liste zum Lernen vorbereitet hat! Danke hierfür nochmal!! ;-* Sobald ich eine Minute für mich bin, setze ich mich dran und lerne es!

Ich habe leider immer noch keine Möglichkeit gefunden auf das Dach zu kommen. Und da ich hier stärker als sonst Militäruniformen sehe, lasse ich das besser hier in China, vielleicht klappt mein Vorhaben ja irgendwo in Südamerika oder in Thailand?

Die Landschaft im mongolischen Teil der Reise war wieder eine neue Form des NIX. Steppe. Plattes beiges Land mit niedrigem Gestrüpp soweit das Auge reicht! Kilometerweit. Nix. Steppe. Steppe. Steppe. Kamele. 5 Stück. War ne ziemliche Überraschung für mich, dachte die sind nur in der Wüste Gobi, aber Nö! In der Steppe-Steppe gibts die auch! (Gut, auf dem Foto sind`s nur Pferde, meine Cam hatte da grade nen Platten)CHina_Beijing 2013 (2 von 400)Dann ging es zum mongolischen Teil der Grenze wo wir leider nicht aus dem Zug gelassen wurden. Unsere Pässe wurden eingesammelt, Kleine sinnlose, unnütze Kärtchen zum ausfüllen wurden verteilt und von uns mehr oder weniger Ausgefüllt, wonach wir nach frischer Luft lechzend aus dem Fenster hingen und manche dringend darauf warteten dass wir uns wieder in Bewegung setzen damit man die Toiletten wieder benutzen kann. Die Toilettenspülung besteht nämlich daraus, dass eine Klappe im Klo unten aufgeht sodass die „Produkte“ auf die Schienen fallen. Und mitten auf die Grenze zu kacken kommt nicht so cool. Wir bekommen unsere Pässe zurück und kleine sinnlose, unnütze Kärtchen zum ausfüllen werden verteilt. Ja schon wieder. Dann geht es ein paar Kilometer weiter zum chinesischen Teil der Grenze, wo, oh Wunde, unsere Pässe eingesammelt und kleine sinnlose, unnütze Kärtchen zum ausfüllen verteilt werden. Die jedoch sind diesmal ziemlich witzig (siehe Foto!!) Schade eigentlich das Aliens nicht in China arbeiten dürfen… Dann wird unser Zug in zwei aufgeteilt und in eine Konstruktionshalle gefahren wo wir in riesige Stahlklammern gesteckt, von der Räderunterkonstruktion getrennt und hochgehoben werden. Wahnsinn. CHina_Beijing 2013 (15 von 400)CHina_Beijing 2013 (11 von 400)Noch nie sowas gesehen. Danke dafür! Blöd nur dass man hier immer noch nicht pinkeln kann… Und lustig dass ich das an dem Abend sieben Mal erklären muss, weil immer irgendwer sagt, „Ach die könnten die Toiletten doch einfach mal auf machen!“ -ja Mann! Und dann pinkelst du dem Chinesen der Grade die Zugräder wechselt auf dem Kopf! ?! Anderthalb Stunden später erreichten wir, und jetzt haltet euch fest:! Vor salutierenden Uniformmenschen und Klassischer Musik den Chinesischen Grenzbahnsteig wo wir aussteigen durften. Kein Mensch hat sich dafür interessiert weil die Zuggäste geschlossen zur nächsten Toilette RANNTEN:-D Herrlich. Aber kein Wi-Fi. Fanfaren und Trompeten, aber kein Wi-Fi. Ach Leute, ihr wisst echt worauf es ankommt….

Ich war einfach nur noch hundemüde, habe komplett den Überblick verloren wie, wann, wie viel, ob genug ich geschlafen habe. So bin ich ab zurück ins Abteil, schlafen. Bis heute Morgen 10 Uhr! Ich denke ich habe wirklich mal fast 10 Stunden durchgeschlafen! Endlich. Der Blick aus dem Fenster verrät dass wir tatsächlich nicht mehr in der Mongolei sind.

CHina_Beijing 2013 (27 von 400)

Es ist anders! Berge, Hügel, verschiedene Bäume in verschiedenen Höhen und Häuser mit Tondächern. Das ist mir zuerst aufgefallen. Tondächer es Masse. Und chinesische Schriftzeichen. Wieder werden ich mir wie eine Analphabetin vorkommen. Aber ich finde es wundervoll! Wir sind hier wahnsinnig gespannt auf Beijing! Es sind noch ca drei Stunden! Ich genieße meinen Instantkaffee und gucke aus dem Fenster, unterhalte mich mit zwei barcelonischen, muay-thai-kämpfenden Polizisten über Moskau und die Mongolei, und freue mich irgendwie auf meine chinesische Instantnudelsuppe zu Mittag.