Portraits sind eine der aussagekräftigsten Arten von Fotos. Ein großartiges Portrait kann Jahrzehnte überdauern und das ganze Leben einer Person festhalten oder auch nur einen einzigen Augenblick. Der Unterschied zwischen einem Schnappschuss und einem guten Portrait ist geringer, als man denkt. Man muss nur ein bisschen nachdenken.

Was macht ein gutes Portrait aus?

Bei Portraits geht es vor allem um eines: die Person auf dem Bild. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine enge Kopfaufnahme oder ein Umgebungsportrait handelt; es geht immer um die Person.

Was macht also ein gutes Portrait aus?

Zunächst einmal lenkt ein gutes Portrait die Aufmerksamkeit auf die Person. Dies wird normalerweise durch eine Kombination aus geringer Schärfentiefe, Komposition, Farbe und Beleuchtung erreicht. Wenn es richtig gemacht ist, richten sich die Augen des Betrachters sofort auf die Person, sobald er das Portrait ansieht.

 

Zweitens sagt ein gutes Portrait etwas über die Person aus. Es zeigt ein Element seiner Persönlichkeit oder seines Lebens. Man sollte in der Lage sein, ein gutes Portrait zu betrachten und etwas über die Person zu erfahren. Die besten Portraitmaler können mit einem einzigen Bild eine ganze Geschichte erzählen.

Abgesehen von diesen beiden Aspekten gibt es nur sehr wenige Kriterien, die ein gutes Portrait ausmachen – Sie haben einen großen Spielraum für Ihre Kreativität.

Der technische Teil

Sie brauchen kein spezielles Objektiv für Portraitfotos, aber es gibt spezielle Portraitobjektive, die schmeichelhafte Bilder von Menschen aufnehmen. Sie haben eine große Blendenöffnung von mindestens f/2.0 und eine Brennweite zwischen 50 und 100 mm. Die große Blendenöffnung sorgt für eine sehr geringe Schärfentiefe, die es leicht macht, die Aufmerksamkeit auf das Motiv zu lenken, während die Brennweite lang genug ist, um Verzerrungen zu minimieren, ohne so lang zu sein, dass man 50 Meter entfernt stehen muss, um die Person im Bild zu halten.

Ein perfektes Portraitobjektiv ist das 50mm f/1.8 „Nifty Fifty“.  Wenn Sie eine DSLR haben und großartige Portraits aufnehmen möchten, lohnt sich die Anschaffung dieser Objektive auf jeden Fall. 

 

Wenn es an der Zeit ist, das Foto aufzunehmen, sollten Sie Ihre Kamera in den Blendenprioritätsmodus versetzen. Stellen Sie die Blende auf einen Wert zwischen f/1,8 und f/2,8 ein. Wenn Ihr Objektiv nicht so weit öffnen kann, verwenden Sie einfach die größte Blendenöffnung. Sie brauchen eine Verschlusszeit von etwa 1/100 Sekunde. Eine kürzere Zeit ist in Ordnung, aber es ist besser, einen niedrigeren ISO-Wert zu haben.

Wenn Sie die technischen Details richtig einstellen, sind Sie auf dem Weg zu einem guten Portrait schon ein ganzes Stück weiter. Wenn Sie eine geringe Schärfentiefe haben, ist es schwierig, irgendwo anders hinzuschauen als auf das Motiv.

 

Ein Portrait sollte dem Motiv schmeicheln. Sie möchten die beste Version der Person wiedergeben. Diese Regel sollte für jede Entscheidung gelten, vom Bildausschnitt bis zur Entfernung von Akne und Hautunreinheiten bei der Bearbeitung.

Bei Portraits sollte sich die Kamera auf gleicher Höhe oder leicht oberhalb der Augenlinie des Modells befinden. Niemand sieht gut aus, wenn er aus einem niedrigen Winkel aufgenommen wird, obwohl grade das oftmals eine gewisse Spannung ausmacht und durchaus künstlerisch eingesetzt werden kann.

Die beiden einfachsten Portraitkompositionen sind die Kopfaufnahme (eine Nahaufnahme von Kopf und Schultern des Modells) und die Aufnahme von der Hüfte an. Wenn Sie sich so hinstellen, dass die Person in beiden Fällen den Rahmen ausfüllt, werden Ihre Portraits gut aussehen.

 

Achten Sie bei der Wahl des Bildausschnitts darauf, dass Sie keine Gliedmaßen des Modells abschneiden. Schneiden Sie lieber an den großen Gelenken wie der Taille als an den Fingern.

 

Eine Möglichkeit, Ihre Portraits auf die nächste Stufe zu heben, ist die Verwendung einer wirklich guten Beleuchtung. Nehmen Sie nicht einfach irgendwo ein Portrait auf. Suchen Sie stattdessen einen Ort mit schöner, flacher und gleichmäßiger Beleuchtung. Ein großartiger Ort für ein Portrait ist ein schattiger Platz, z. B. unter einem Baum oder in einer Gasse, an einem sonnigen Tag oder in einem Raum, der durch ein einziges großes Fenster beleuchtet wird. Für die Fotos unten habe ich ein Fenster verwendet.

 

Bei Portraits ist es mehr als bei jeder anderen Art von Fotografie erforderlich, dass Sie sich auf Ihr Motiv einlassen. Wenn Sie sich zurückziehen und nur Fotos machen, während Ihr Motiv mit einem falschen Grinsen in die Kamera starrt, werden Sie sehr kalte, uninteressante Portraits erhalten. Stattdessen müssen Sie sich ständig mit den Personen unterhalten, sie zum Lachen bringen und sie dazu bringen, sich wie sie selbst zu verhalten.

 

Für jedes gute Portrait, das ich mache, bekomme ich etwa 50 Aufnahmen, auf denen das Modell lacht, lächelt, redet, mir die Zunge herausstreckt oder lächerliche Ausdrücke macht. Die besten Portraits entstehen in den Momenten, die dazwischen liegen. Wenn das Modell in Pose geht, sagen Sie etwas, und die Pose geht in ein Lächeln über. Wenn Sie dann auf den Auslöser drücken, haben Sie eine tolle Aufnahme.

Ich liebe Portraitaufnahmen. Sie sind sehr gesellig und machen viel Spaß. Um eine tolle Landschaft zu fotografieren, braucht man eine Menge Ausrüstung, einen tollen Ort und viel Geduld. Für ein tolles Portrait braucht man nur jemanden, der sich an einem sonnigen Tag im Schatten vor die Kamera stellt. Ein wenig technisches Know-how ist alles, was man braucht, denn auch hier gilt: Es geht um die Person auf dem Foto.

Marcela Kamanis ( Kozlik) Künstlerin

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